Kauen, Schnupfen, E-Zigis & Co.
Rauchen macht krank. Ausserdem ist es an vielen Orten zum Schutz von Nichtrauchern verboten. Darum suchen immer mehr Tabakkonsumentinnen und –konsumenten Alternativen zur qualmenden Zigarette. Doch Produkte wie Schnupftabak, Kautabak oder Snus stinken zwar nicht, giftige Stoffe enthalten sie aber gleichviel oder sogar mehr als Zigaretten.
Schnupfen, snusen, kauen…
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Schnupftabak ist ein feines Pulver, oft aromatisiert mit Menthol, Eukalyptus, Früchten oder Gewürzen. Der Konsument streut sich eine kleine Menge des Pulvers auf den Handrücken und zieht es durch die Nase ein. So gelangt der Tabak über die Schleimhäute in den Organismus. Schnupftabak enthält die gleichen giftigen Bestandteile wie andere Tabaksorten. Wer Tabak raucht oder kaut nimmt wissentlich in Kauf, an Krebs zu erkranken. Dieses Risiko ist wissenschaftlich nachgewiesen. Noch fehlen aber Untersuchungen darüber, ob das Schnupfen auch zu spezifischen Krebsarten (z.B. der oberen Atemwege und der Nase) führen kann, so wie Rauchen die Lunge schädigt. Es ist aber anzunehmen, dass dieses Risiko besteht. Wie alle Produkte mit Nikotin kann auch Schnupftabak süchtig machen. Ausserdem besteht das Risiko, dass Schnupfer irgendwann zur Zigarette greifen, damit die Wirkung des Nikotins schneller eintritt. Konsumiert jemand Schnupftabak über einen längeren Zeitraum hinweg, kann er überdies chronische Nasenschleimhautentzündungen bekommen sowie eine dauerhaft verstopfte Nase. Schliesslich verfärbt Schnupftabak die Schleimhäute der Nase braun. (Foto: © Pöschl Tabak GmbH & Co. KG)
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Der klassische Kautabak ist als Rolle, Stange, Streifen, Würfel oder Platten im Verkauf. Er besteht aus sehr nikotinhaltigem Rohtabak und ist häufig aromatisiert, etwa mit Zitrone-, Pfefferminz- oder Honiggeschmack. Beim Kauen entsteht ein brauner Saft, der ausgespuckt wird, weil er beim Schlucken Übelkeit verursachen kann. Nicht sehr appetitlich.
Weniger spucken müssen Snus-Konsumenten. Dieses auch Mund- oder Lutschtabak genannte Produkt ist fein gemahlener Tabak, der entweder in porösen Beuteln (wie Tee) abgefüllt ist oder als feuchte, zu Kugeln geformte Paste konsumiert wird. Oft wird Ammoniak beigemengt, damit er feucht bleibt. Auch Mundtabak ist in verschiedenen Aromen erhältlich. Der Konsument schiebt ihn sich unter die Ober- oder Unterlippe und behält ihn während etwa 15 Minuten im Mund. In Schweden gibt es Snus seit dem 19. Jahrhundert. Es kam damals als Alternative zum Zigaretten rauchen auf den Markt. In der Schweiz ist Snus verboten. Straffrei sind einzig die Einfuhr für den Eigenbedarf und der Konsum. Der Körper nimmt beim Snusen über die Mundschleimhaut Nikotin und andere Schadstoffe auf. Vor allem der Anteil an Nikotin ist hoch. Zum Vergleich: Eine Portion Snus hat ungefähr so viel Nikotin wie drei Zigaretten. Je nach Nikotingehalt können Schwindel oder Übelkeit auftreten. Beim Snusen gelangt das Nikotin langsamer ins Blut als beim Rauchen und die Nikotinkonzentration sinkt weniger schnell ab. Snuser sind also länger einer hohen Nikotinkonzentration ausgesetzt als Raucher.
Insgesamt gilt Snusen als weniger gesundheitsgefährdend als das Rauchen von Zigaretten, da Atemwege und Lunge nicht betroffen sind. Gefahrlos ist es jedoch überhaupt nicht. Zum einen macht das Nikotin süchtig. Zum anderen sind in dem Tabak Stoffe, die Krebs im Mundbereich und an der Bauchspeicheldrüse verursachen. Auch Zahnfleisch und Mundschleimhaut können Schaden nehmen. Schliesslich können Zähne und Zahnfleisch sich stark verfärben. (Foto: © Tobacco Truth)
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Immer populärer wird das Rauchen von Wasserpfeifen (auch Narghileh, Shisha, Hubble Bubble, Hookah), vor allem unter Jugendlichen. Anders als Zigaretten hat die Wasserpfeife ein positives Image. Dabei sind im Rauch der Wasserpfeife dieselben schädlichen Substanzen enthalten wie im Zigarettenrauch. Die gesundheitlichen Probleme sind denn auch ähnlich. Nikotin kann süchtig machen, egal, ob es aus der Wasserpfeife oder der Zigarette kommt. Teer und andere Schadstoffe können zu Krebs in Lunge, Mundhöhle, Blase oder Lippen führen. Was viele nicht wissen: Der Gehalt an Teer und Schwermetallen wie Arsen, Chrom, Kobalt, Blei oder Nickel sind in der Wasserpfeife viel höher als im Zigarettenrauch. Ebenfalls höher ist die Menge an Kohlenmonoxid, die beim Wasserpfeife rauchen eingenommen wird. Dies, weil zum Erhitzen des Tabaks Kohle verbrannt wird. Die hohe Kohlenmonoxid-Menge führt zu Sauerstoffmangel im Blut und belastet Herz und Kreislauf. Dazu kommt, dass eine Wasserpfeife bis zu 80 Minuten lang geraucht wird. In dieser Zeit inhaliert man bedeutend mehr Rauch als beim Qualmen von Zigaretten. Darüber hinaus wird der gekühlte Rauch der Wasserpfeife auch noch tiefer inhaliert als Zigarettenrauch. Und schliesslich: Wasserpfeife rauchen ist ein geselliger Zeitvertreib, oft rauchen mehrere Personen gemeinsam eine Pfeife. Dabei besteht die Gefahr, Krankheiten wie Herpes, Hepatitis oder Tuberkulose zu übertragen. Ist die Pfeife nicht sauber, kann man sich eine Pilzinfektion holen. (© Achim Lueckemeyer / pixelio.de)
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Immer beliebter werden die E-Zigaretten. Diese enthalten eine mit Flüssigkeit gefüllte Patrone, einen elektrisch betriebenen Verdampfer und einen aufladbaren Akku. Nimmt der Raucher einen Zug, springt das Gerät an, erhitzt etwas Flüssigkeit und verdampft sie. Es ist unklar, wie sich E-Zigaretten auf die Gesundheit auswirken. (Foto: © pixabay.com)
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Quellen
Sucht Schweiz
Arbeitsgemeinschaft Tabakprävention Schweiz
feel-ok
Bundesamt für Gesundheit







