Kindernotfall Insektenstiche
Während Mückenstiche zwar lästig, aber harmlos sind, können Bienen- oder Wespenstiche zum einen richtig schmerzhaft, zum anderen für Allergiker gefährlich sein. Einen kühlen Kopf bewahren, das Kind beruhigen und richtig handeln ist daher besonders wichtig. Kühlung ist bei den meisten Stichverletzungen die wichtigste Massnahme. Bei Stichen im Gesicht, Mund- und Rachenbereich, Atemnot oder Engegefühl im Hals ist es wichtig, umgehend ärztliche Hilfe zu suchen. Hier lesen Sie, wie Sie Insektenstiche bei Kindern gut behandeln können und welche Massnahmen im Ernstfall wichtig und richtig sind.
Insektenstichen bei Kindern vorbeugen
Am besten wäre es natürlich, wenn das Kind erst gar nicht gestochen wird. Das lässt sich leider nicht immer vermeiden, aber die Möglichkeiten dazu deutlich verringern. Eine Übersicht über verschiedene Insektenstiche, ihre Symptome und mögliche Hausmittel finden Sie auch in diesem Blogartikel bei puravita. Achten Sie als erstes auf Ihr eigenes Verhalten, wenn Sie von Insekten belästigt werden, denn Ihr Kind wird Ihr Verhalten spiegeln. Bewahren Sie also Ruhe, schlagen Sie nicht nach den Insekten und pusten Sie sie auch nicht an, denn das macht sie unnötig aggressiv. Das Ansprühen mit Wasser aus einer Sprühflasche hat sich bei Wespen jedoch bewährt, da diese dann glauben, es beginnt zu regnen und sie machen sich auf den Heimweg in ihr Nest. Waschen Sie nach dem Essen sofort Gesicht und Hände, denn ein eisverklebter Mund zieht Wespen und Co. magisch an. Entfernen Sie Essensreste umgehend vom Tisch und decken Sie Trinkgläser ab. Aus Flaschen und Dosen sollte stets mit einem Strohhalm getrunken werden, da sich dort ein Insekt hineinverirren kann. Für kleinere Kinder bieten sich auch Schnabeltassen an. Duftlampen mit ätherischen Ölen von Lavendel, Zitronenmelisse oder Basilikum können dafür sorgen, dass die Wespen ihren Aufenthalt am Tisch deutlich verkürzen. Auch ein Ablenkungsmanöver in Form von ein paar halbierten Trauben etc. ein wenig abseits vom Esstisch kann funktionieren, dass sich die Wespen dorthin verziehen. Sollten dadurch jedoch noch mehr Insekten angelockt werden, gleich weg damit. Auch wenn Barfusslaufen äusserst gesund ist, im Spätsommer sollten auf Wiesen, vor allem im Schwimmbad, Park oder Spielplatz, Schuhe getragen werden. Vor allem, wenn sich Essensreste am Boden befinden, ist dies ein perfekter Aufenthaltsort für Bienen und Wespen und ein Stich durch Drauftreten ist rasch passiert. Insektenschutzgitter vor den Fenstern sollten verhindern, dass die Insekten ins Kinderzimmer gelangen. Das Bett Ihres Kindes kann auch zusätzlich mit einem Moskitonetz geschützt werden.
Ein Stich ist passiert – was nun?
Am wichtigsten ist es, dass Sie selbst nicht in Stress geraten und Ihr Kind gut trösten können. Durch den plötzlichen Schmerz, der mit einem Bienen- oder Wespenstich einhergeht, wird das Kind wahrscheinlich erschrecken und mit Weinen reagieren. Bei einem Bienenstich kann der Stachel in der Haut steckenbleiben, dieser sollte als erstes vorsichtig entfernt werden. Anschliessend hilft ein Coolpack, Eiswürfel, kalter Umschlag... auf der Stichstelle gegen den ersten Schmerz. Für die weitere Behandlung kann auch ein Thermostift aus der Apotheke, Drogerie etc. hilfreich sein. Ein Wespen- oder Bienenstich beginnt beim Abheilen nämlich stark zu jucken. Diese Stifte helfen lokal ohne Chemie durch Wärme und können ab dem 3. Lebensjahr mit Unterstützung eines Erwachsenen angewendet werden. Ein häufig eingesetztes Hausmittel nach Insektenstichen ist auch eine halbierte, rohe Zwiebel. Der Zwiebelsaft ist basisch, reduziert die Schwellung und brennt auch nicht. Eine Zwiebel am Stück und ein Taschenmesser findet auch leicht in jedem Rucksack, Badetasche etc. Platz. Auch Zitrone oder Essig lindern Beschwerden nach Insektenstichen. Aus beiden Hausmitteln lassen sich auch Eiswürfel zur Behandlung frieren. Beobachten Sie die Stichstelle in den nächsten Tagen genau, denn wenn das Kind mit schmutzigen Fingern an der Stichwunde kratzt, können Bakterien hineingelangen und zu Entzündungen führen. Teebaumöl wirkt desinfizierend und entzündungshemmend und mildert auch den Juckreiz. Wenn es zu einer kreisförmigen Rötung und Hitzeentwicklung kommt bzw. das Kind fiebrig wird, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.
Erste Hilfe nach einem Stich im Mund-/Rachenbereich
Das Horrorszenario für Erwachsene ist ein Stich von Wespen, Bienen oder gar Hornissen im Mund- oder Rachenbereich von Kindern. Zögern Sie nicht, umgehend einen Arzt bzw. Rettungsdienst zu kontaktieren. Es handelt sich um einen Notfall, da es in kürzester Zeit zu starken Schwellungen kommen kann, welche die Atemwege verlegen.
Autorin: Doris Gapp
Quellen: vitagate.ch, Drogerie Sonderegger
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