Molke
Wenn man bedenkt, wie vielseitig, wohlschmeckend und gesund Molke ist, kann man sich kaum vorstellen, dass es sich dabei eigentlich nur um ein Nebenprodukt der Käseherstellung handelt. Während Molke schon seit langer Zeit bis heute noch als Tierfutter verwendet wird, war sie parallel aber schon bei den alten Griechen und Römern als Schönheits- und Heilmittel bekannt. Da gesunde Ernährung und Heilmittel von früher jedoch wieder viel mehr Bedeutung für unser Leben haben, erlebt auch die Molke eine Art Renaissance. In diesem Blogbeitrag erfahren Sie alle wichtigen Basics über die Molke, wie vielseitig sie ist und was sie so gesund macht.
So entsteht die Molke
Wenn man bei der Käseherstellung den Käsebruch abschöpft, bleibt eine gelb-grünliche, wässerige Flüssigkeit übrig. Um Hartkäse zu gewinnen, wird der Milch das Enzym Lab zugefügt. Als Nebenprodukt entsteht Süssmolke. Diese wird zur Herstellung von Molkenpulver und Molkenkäse verwendet. Der bekannteste Molkenkäse ist hierzulande wohl der Ricotta. Für die Weichkäseerzeugung braucht man Bakterienkulturen, und es entstehen Dickmilch oder Quark (Topfen), sowie Sauermolke. Der Nährstoffgehalt von Süss- und Sauermolke ist ident.
Frische Molke verdirbt aufgrund ihres geringen Fettgehaltes innerhalb von kürzester Zeit. Aus diesem Grund sind hauptsächlich pasteurisierte Produkte, bzw. Molkepulver im Handel erhältlich.
Die Inhaltsstoffe der Molke
Obwohl sehr fettarm, ist die Molke trotzdem nahrhaft, da die wertvollen Nährstoffe der Milch enthalten sind. Zu 94 % besteht die Molke aus Wasser, 100 ml haben gerade einmal 25 Kalorien. Sie ist eine gute Quelle für Calcium und Kalium, ausserdem enthält sie Milchzucker, Molkeneiweiss, Milchsäure, die Vitamine B1, B2, sowie B6 und sogar ein wenig Jod. Die Nährstoffe sind in der Molke bereits gelöst und können so vom Körper gut aufgenommen werden.
Im Gegensatz zu Milch enthält Molke kein Kasein. Für Personen mit einer Unverträglichkeit bzw. Sensibilität gegenüber Lactose (Milchzucker) bzw. Milcheiweiss ist Molke nicht bzw. nur in geringen Mengen geeignet, da es häufig zu Bauchschmerzen und Durchfällen kommt.
Was macht man mit Molke?
Für die kalorienarme Molke gibt es eine ganze Reihe unterschiedlicher Verwendungsmöglichkeiten:
- Erfrischungsgetränk, häufig mit dem Zusatz von Fruchtgeschmack und Zucker
- Tierfutter, vor allem in der Schweinezucht
- Herstellung von Molkenkäse
- Muskelaufbau für Sportler durch Molkenprotein, welches stark dem menschlichen Eiweiss ähnelt
- Herstellung von Fertignahrung
- Kur- und Wellnessanwendungen (Molkenfasten)
- Dünger
- Bestandteil verschiedener Kosmetikerzeugnisse
Molke in der Küche:
Molke ist ein fettarmer, erfrischender Durstlöscher. Sie können Molkedrinks auch selbst mit püriertem Obst oder der Zugabe von Fruchtsaft mischen. Als Basis dient zum Beispiel das Molkepulver von Yuma. Das Molkepulver ist auch in verschiedenen Geschmacksrichtungen erhältlich, wie beispielsweise Schokolade. In Drogerien und Reformhäusern finden Sie eine vielfältige Auswahl an verschiedenen Molkeprodukten, vom Pulver bis zum Proteinriegel. Molke kommt auch bei der Kreation von Desserts, Topfen- und Joghurtspeisen zur Anwendung. Zudem verpasst sie Suppen und Saucen das gewisse cremige Etwas.
Gesundheitlicher Nutzen der Molke
Angeblich wusste bereits Hippokrates die Wirkung der Molke zu schätzen und verordnete das Getränk bei Übergewicht, Verdauungsproblemen, Hauterkrankungen, Nierenproblemen und Rheuma.
Darmgesundheit
Die wichtigste Funktion der Molke ist wohl die Mithilfe an der Gesunderhaltung des Darms. Wie Sie im Blogartikel über den Darm und sein Mikrobiom erfahren, ist ein gesundes Verhältnis der Darmbakterien sehr wichtig. Die Milchsäure der Molke sorgt für ein leicht säuerliches Milieu im Darm, so wird das Wachstum krankmachender Bakterien gehemmt und das Wachstum guter Bakterien gefördert. Der Milchzucker ist wiederum dazu geeignet, um Verstopfung entgegenzuwirken, die Darmbewegung wird gefördert. Um einen abführenden Effekt zu erzielen, müssen allerdings meistens mehrere Gläser Molke getrunken werden.
Osteoporoseprophylaxe
Die Kombination aus Kalzium und Milchzucker ist besonders dazu geeignet, Osteoporose vorzubeugen. Besonders für Frauen und ältere Menschen ist Molke ein wichtiges Ergänzungsmittel bei Mangelerscheinungen von Kalzium. Zwei Gläser Molke enthalten ein Viertel des Tagesbedarfs an Kalzium.
Entschlacken und Abnehmen
Die Molke fördert alle Sekretionen unseres Körpers: Darm, Niere, Leber, Haut und Lymphdrüsensystem. Zudem wird überflüssiges Gewebewasser ausgeschieden. Die Entwässerung wirkt sich auch positiv auf den Gewebsdruck der Blutgefässe aus und trägt so zu einer Senkung des Blutdrucks bei. Bei einer Fastenkur mit Molke wird auch Gewicht verloren aufgrund des geringen Kaloriengehaltes.
Hautprobleme
Wenn die Haut als Ausscheidungsorgan eingreifen muss, weil Darm, Leber und/oder Niere überfordert sind, können Ausschläge, Schuppenflechte und Neurodermitis die Folge sein. Molke sorgt durch die Unterstützung der Ausscheidungsorgane dafür, dass der Stoffwechsel positiv beeinflusst wird und die Haut nicht so viel leisten muss.
Elektrolytverlust
Wenn durch Sport, körperliche Betätigung oder Krankheit wichtige Elektrolyte verlorengehen, kann die Molke die verloren gegangenen Mineralstoffe wieder ersetzen.
Regulierung des Blutzuckerspiegels
Dieser Punkt ist vor allem für Diabetiker von Bedeutung, denn wenn zum Essen zusätzlich Molkeneiweiss konsumiert wird, steigt der Blutzuckerspiegel nicht so rasch wieder an, auch wenn kohlenhydratreich gegessen wird. Hier wird jedoch geraten, zur ungesüssten Molke zu greifen und bei Unsicherheiten den behandelnden Arzt, um Rat zu fragen.
So funktioniert das Molkenfasten
Das Molkenfasten soll zur Erhaltung der Gesundheit, sowie Steigerung von Leistung und Wohlbefinden beitragen. Der Körper wird entgiftet und entschlackt, was auch zur Stärkung der natürlichen Abwehrkräfte beiträgt.
Beim Molkenfasten wird keine feste Nahrung zu sich genommen, die Hauptgrundlage ist ein Liter Molke täglich. Zudem sollten andere Flüssigkeiten wie Wasser, Sauerkrautsaft oder Obstsäfte getrunken werden. Das in der Molke enthaltene Eiweiss verhindert, dass sich der Körper an den Muskelreserven "bedient" und baut so dem Muskelabbau vor.
Molkenfasten wird in verschiedenen Kurorten und Wellnesshotels unter Aufsicht angeboten, man kann natürlich auch selbst zu Hause Fastentage mit Molke einlegen. Wichtig ist, dass Sie sich vor dem Fasten informieren und gegebenenfalls ärztlichen Rat und Betreuung suchen. Schwangere- bzw. stillende Personen mit Essstörungen und Untergewicht sollten kein Molkenfasten praktizieren.
Autorin: Doris Gapp
Quellen: vitagate.ch, Drogerie Sonderegger
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