Mor­cheln, Ei­er­schwäm­me und Co. fin­den

Völlig verregnete Tage sind für Corina Wyssen aus dem Saanenland ein Grund zur Freude. «Danach spriessen vielerorts köstliche Pilze aus dem Boden.» Die Drogistin und Hobbypilzsammlerin verrät, wo Sie Steinpilze, Morcheln und Co. finden können:

Tipps von Drogistin Corina Wyssen

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    • Steinpilze

      «Steinpilze sammle ich im August und September. Sie kommen aber von Juni bis Oktober vor. Steinpilze wachsen im Wald, auf Wiesen und an Waldrändern. Allerdings habe ich sie auch schon auf dem Waldboden liegenden Tannennadeln gefunden. Finde ich viele Steinpilze auf einmal, dörre ich den grössten Teil. Getrocknet sind Steinpilze das ganze Jahr über haltbar.»

    • Eine Morchel im Laub.

      «Morcheln spriessen vor allem Anfang Frühling, sobald der Schnee weg ist. Sie sind oft sehr gut getarnt, weil der Boden nach dem Winter braun ist wie die Morchel selbst. Häufig finde ich sie dort, wo frisches Sägemehl liegt oder viel Holz gelagert wird. Meistens dörre ich Morcheln. Aber auch frisch sind sie fein.»

    • Trompetenpfifferlinge

      «Auf die Suche nach Trompetenpfifferlingen mache ich mich im Spätsommer und Herbst. Oft finde ich sie an Stellen, wo sich viel Wasser angesammelt hat oder wo es sumpfig ist. Ich pflücke sie ganz vorsichtig, weil sie schnell auseinanderfallen, wenn man sie berührt.»

    • Eierschwämmli

      «Eierschwämmli entdecke ich oft in sehr feuchten Gebieten, vor allem an moosigen Stellen im Laub- und Nadelwald. Sie kommen von Juni bis Oktober vor. Diese Pilzsorte ist zum Trocknen nicht geeignet.»

    • Bovisten auf Moos.

      «Bovisten gedeihen in der Regel im Wald, im August und September. Sie haben eine ähnliche Konsistenz wie ein Marshmallow. Weil Bovisten keinen besonderen Geschmack haben, mische ich sie häufig unter ein Pilzgericht mit anderen Pilzen.»

    «Hat man einmal einen Ort gefunden, wo Pilze wachsen, sollte man sich die Stelle merken. Häufig treten Pilze immer wieder am gleichen Ort auf», empfiehlt Wyssen.

    Pilzkontrolle

    Laien sollten selber gesammelte Pilze von einer offiziellen Kontrollstelle überprüfen lassen. Der Teufel steckt nämlich oft im Detail. Zum Beispiel: Wenn der Regen die weissen Schuppen des giftigen Fliegenpilzes weggespült hat, ähnelt er dem wohlschmeckenden Kaiserling. «Ein Fliegenpilz ist zwar kaum tödlich, aber isst man ein solches Exemplar, kann einem die Freude wegen Bauchschmerzen oder Übelkeit später vergehen», sagt Wyssen. Verheerend ist es, wenn man einen Knollenblätterpilz isst. Er riecht nämlich verlockend süss, kann aber tödlich sein.

    Kantonale und kommunale Bestimmungen

    Beim Pilzsammeln herrscht zudem viel Kantönligeist: Informieren Sie sich auf der Webseite der Schweizerischen Vereinigung amtlicher Pilzkontrollorgane VAPKO über die Vorschriften. Landesweit gilt einzig, dass keine Pilze in Natur- und Pflanzenschutzgebieten gesammelt werden dürfen.

    Nährstoffe in Pilzen

    Pilze sind gesund. Sie sind kalorienarm und enthalten wertvolle Nährstoffe wie Ballaststoffe, Vitamine und Mineralstoffe. Steinpilze und Eierschwämme liefern sogar viel Folat, und schon 150 Gramm Steinpilze deckt fast die empfohlene tägliche Zufuhr von Vitamin D.

    Autorin und Redaktion: Vanessa Naef
    • Quellen
      • Drogistin EFZ Corina Wyssen

      • awl.ch

      • blv.admin.ch

      • vapko.ch

      • 5amtag.ch

      • dge.de

      • pharmawiki.ch

    Aktualisiert am 15. März 2025 23:32
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