Schmerz­mit­tel im Über­blick

Dr. med. Guido Gallacchi, Chefarzt der Schmerzklinik Kirschgarten in Basel: «Es gibt heute praktisch für jeden Schmerztyp geeignete Medikamente und Behandlungen.» Das Wichtigste dabei sei, dass akute Schmerzen sofort behandelt werden. «Lässt man es zu, dass sich ein Schmerz im Organismus einnistet, entsteht eine biochemische Kaskade: Der Organismus aktiviert weitere Schmerzrezeptoren und die Schmerzempfindlichkeit nimmt zu.» Alleine mit der Einnahme von mehr oder weniger starken Schmerzmitteln ist es jedoch noch nicht getan. Ein ganzheitlicher Therapieansatz berücksichtigt die gesamte Lebenssituation des Patienten und setzt auch auf komplementärmedizinische Methoden.

Hilfe aus der Schulmedizin

Unter allopathischen Schmerzmitteln versteht man Medikamente, die synthetisch hergestellt werden und in der klassischen Schulmedizin zur Anwendung kommen. Je nach Schmerztyp und Intensität werden unterschiedliche «Schmerzblocker» verabreicht. Diese reichen von einfachen Medikamenten, wie sie in jeder Hausapotheke zu finden sind, bis zu starken Opiaten. Man unterscheidet zwei Gruppen:

  • Periphere Schmerzmittel wirken unmittelbar am Ort des Geschehens, so wie dies etwa bei Zahnschmerzen der Fall ist. Die bekanntesten sind Acetylsalicylsäure (ASS), Paracetamol, Ibuprofen und Diclofenac.

  • Starke Analgetika beinhalten Wirkstoffe, die zentral wirken, also direkt im Zentralnervensystem, im Gehirn und im Rückenmark. Zu ihnen gehören stark und schwach wirksame Opioide. Sie kommen erst zur Anwendung, wenn peripher wirkende Schmerzmittel – selbst in hoher Dosierung – zur Schmerzlinderung nicht mehr ausreichen. Dies kann zum Beispiel bei Krebsschmerzen der Fall sein. Opioide unterliegen dem Betäubungsmittelgesetz und dürfen nur von Ärzten verschrieben werden.

Die Drogerie bietet eine grosse Palette an freiverkäuflichen Schmerzmitteln, die bei leichten bis mittleren Schmerzen helfen. Lassen Sie sich über Vor- und Nachteile der einzelnen Schmerzmittel aufklären und achten Sie zudem auf die richtige Einnahme der Medikamente. Klingen die Schmerzen nach drei Tagen nicht ab, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

In einer ganzheitlichen Schmerztherapie spielen natürliche Arzneimittel aus der Drogerie eine wichtige Rolle.

Autoren: Didier Buchmann, Michel Schmid Redaktion: Didier Buchmann
  • Quellen
    • Vereinigung Schweizer Schmerzpatienten, VSP

    • Cornelia Fischer-Börold und Siglind Zettl: «Schmerz», Schlütersche Verlagsgesellschaft, 2006

    • Susanne Holst und Ulrike Preussiger-Meiser: «Erfolgreiche Schmerztherapie», Südwest-Verlag, 2004

Aktualisiert am 15. März 2025 23:31
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