Zum ers­ten Mal die Pe­ri­ode

Bei den meisten Mädchen setzt die erste Menstruation zwischen dem 11. und dem 15. Lebensjahr ein. Nicht alle erleben die ersten «Tage» gleich. Gemäss einer Umfrage der Jugendzeitschrift «Bravo» haben sich 25 Prozent der Mädchen auf die erste Regelblutung gefreut, für 24 Prozent war diese «völlig normal», und 17 Prozent bezeichneten sie gar als «furchtbar». Ob ein Mädchen die erste Menstruation mit Freude oder mit einem Gefühl der Ablehnung erlebt, hängt im Wesentlichen von seinem Vorwissen ab.

Der richtige Zeitpunkt

Es ist sehr wichtig, dass Mädchen vor dem Auftreten der ersten Periode verstehen, was im Innern ihres Körpers abläuft. Fachleute sind erstaunt, wie viele junge Frauen auch heute noch von der ersten Periode überrumpelt werden und sich erschrocken fragen, was da passiert. Vor allem die Mütter sollten sich nicht scheuen, die Gelegenheit am Schopf zu packen, um bei ihren Töchtern Aufklärungsarbeit zu leisten. Ein idealer «Türöffner» kann beispielsweise eine bevorstehende Geburt im Bekanntenkreis sein. Versuchen Sie das Thema so locker wie möglich anzugehen – schliesslich gehört die Menstruation zu den natürlichsten Sachen der Welt. Sollten Sie sich dennoch etwas schwertun damit, kann auch ein Gespräch mit der älteren Schwester oder Freundin allfällige Fragen Ihrer Tochter klären.

Was passiert da überhaupt?

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    • Zeichnung der inneren Fortpflanzungsorgane der Frau

      Jeder Zyklus beginnt damit, dass eine der vielen Eizellen im Eierstock heranreift und befruchtungsfähig wird. Es dauert vierzehn Tage – also etwa die gesamte erste Zyklushälfte, bis die Eizelle reif ist.

    • Zeichnung der inneren Fortpflanzungsorgane der Frau

      Sobald die Zelle reif ist, wird sie aus dem Eierstock geschwemmt, vom Trichter aufgefangen und gelangt in den Eileiter. Diesen Vorgang nennt man Eisprung. Die Gebärmutterschleimhaut ist bereits dicker geworden.

    • Zeichnung der inneren Fortpflanzungsorgane der Frau

      Die Eizelle wandert durch den Eileiter in Richtung Gebärmutter und kann von einer männlichen Samenzelle befruchtet werden. Diese Wanderung dauert drei bis vier Tage. Die Gebärmutterschleimhaut ist bereits dicker geworden und auf die Einnistung eines Eies vorbereitet.

    • Zeichnung der inneren Fortpflanzungsorgane der Frau

      Wird die Eizelle nicht befruchtet, wird die Gebärmutterschleimhaut mit der Periode wieder abgestossen. Das ist der Beginn der Blutung. Ein neuer Zyklus beginnt, in dem wieder eine neue Eizelle heranreift.

    Im Vorfeld der ersten Regel ist möglicherweise ein Ziehen und Spannen in der Brust spürbar. Auch Krämpfe im Unterleib, Kopfschmerzen und Pickel auf der Haut können die erste Regelblutung ankündigen.

    Locker an die Sache rangehen

    Auch der Umgang mit Hygieneartikeln will gelernt sein. «Die Binde ist eine gute Möglichkeit, sich als junge Frau mit der Periode vertraut zu machen», erklärt die diplomierte Drogistin Doris Weidmann. So könne das Mädchen die Beschaffenheit und die Farbe des Blutes wie auch die Schleimhautpartikel «studieren». Ist die Jugendliche bereits etwas vertraut mit der Monatsblutung, kann sie natürlich frei entscheiden, ob sie Binden oder Tampons für die Monatshygiene verwendet. «Mädchen sollten wissen, dass Binden und Tampons in unterschiedlichen Grössen erhältlich sind und die Wahl der Grösse nicht nur von der körperlichen Konstitution, sondern auch von der Stärke der Blutung abhängt.» Was den Umgang mit Tampons betrifft, haben viele junge Frauen vor dem ersten Einführen so ihre Bedenken. Diese sind aber völlig unbegründet. Hier hilft vor allem eines: Entspannen und ausprobieren! Ganz egal, ob man ein Bein auf den Badewannenrand stellt oder den Tampon sitzend auf der Toilette einführt. Wichtig ist, dass er so weit in die Scheide eingeführt wird, bis er mit dem Finger nicht mehr spürbar wird. Sollte es beim ersten Mal dennoch nicht wie gewünscht klappen, helfen Tampons mit Einführhilfen oder mit besonders gleitfähigem Material. Am besten lassen Sie sich von Ihrer Drogistin vertrauensvoll beraten. Mehr zum Thema Monatshygiene.

    Erlaubt ist, was guttut

    Im Zusammenhang mit der Menstruation ranken sich viele Märchen. Frauen und Mädchen sind während dieser Zeit weder unrein, noch sind sie dazu verdammt, keinen Sport zu treiben oder im Bett zu bleiben. Blanker Unsinn! Was hingegen stimmt, ist, dass die Regel das unverwechselbarste Zeichen der Weiblichkeit ist. Bei manchen Mädchen kündigt sich die Menstruation mit körperlichen Beschwerden (prämenstruelles Syndrom) wie zum Beispiel Spannungen in den Brüsten, Völlegefühl, Kopfschmerzen oder Reizbarkeit an. Um diese Beschwerden zu lindern, ist alles erlaubt, was guttut. Das Bedürfnis nach Sport oder Bewegung ist genauso o. k. wie ein fauler Nachmittag auf der Couch. Gegen Regelschmerzen hilft eine Tasse Tee genauso gut wie etwa die gute, alte Wärmflasche. Was Mutter Natur in so einem Fall sonst noch zu bieten hat, erfahren Sie im Artikel: «Sanfte Hilfe für die kritischen Tage».

    Unregelmässigkeiten

    Die ersten Menstruationsblutungen bei Jugendlichen sind oft noch unregelmässig und unterschiedlich stark. Treten die Blutungen häufiger als alle drei Wochen auf, sollte das Mädchen ärztlich behandelt werden. Eine Behandlung ist zudem auch bei sehr starken Blutungen nötig. Sofern die erste und die folgenden Monatsblutungen normal verlaufen, empfiehlt sich eine jährliche gynäkologische Vorsorgeuntersuchung ca. ab dem 18. Altersjahr.

    Autoren: Menta Scheiwiler, Didier Buchmann Redaktion: Didier Buchmann
    Bild: unsplash
    Aktualisiert am 15. März 2025 23:31
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