Warum wir guten Schlaf brauchen
Als Kind empfinden wir Zubettgehen oftmals wie eine Strafe. Wir könnten ja was Wichtiges versäumen und draussen ist es noch hell… Im Erwachsenenleben lernen wir ungestörten Schlaf, aus dem wir erholt erwachen, erst so richtig schätzen – bloss haben wir da bereits manchmal das Problem, dass Ein- und Durchschlafen nicht mehr selbstverständlich funktioniert. Dieser Artikel informiert Sie über alles Wissenswerte rund um das Thema Schlaf und prüft Mythen und Weisheiten auf ihren Wahrheitsgehalt. Alles Wichtige zu Schlafstörungen finden Sie hier.
Wie viel Schlaf ist ausreichend?
Gleich vorneweg: Einstein und Napoleon sind keine typischen Beispiele für dieses Thema. Während der eine vierzehn Stunden Schlaf benötigte, um sich auf die Relativitätstheorie konzentrieren zu können, reichte dem anderen ein Nickerchen von vier Stunden, um sich wieder aufs Schlachtfeld zu stürzen. Eines zeigt sich allerdings, wann wir ausgeschlafen sind, bestimmt nicht der Wecker, sondern unsere innere Uhr. Und die tickt von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Die Mehrheit der Menschen fühlt sich nach sechs bis acht Stunden fit für den kommenden Tag, das entspricht in etwa einem Drittel unserer Lebensdauer.
Schlafen ist ein Grundbedürfnis und es funktioniert nicht, den Körper an möglichst wenig Schlaf zu gewöhnen, um Lebenszeit zu gewinnen. Schlafentzug ist auch eine nach wie vor angewandte Foltermethode, die tödlich enden kann. Unsere hektische Arbeitswelt, sowie die zunehmende Digitalisierung führen zu einer mangelnden Körperwahrnehmung und in weiterer Folge dazu, dass wir unser Schlafbedürfnis nicht mehr richtig wahrnehmen.
Um sich ausgeruht zu fühlen, spielt auch die Qualität des Schlafes eine bedeutende Rolle. Ein guter Schlaf wird in verschiedene Schlafphasen unterteilt. Vier bis fünf Schlafzyklen pro Nacht entsprechen einem guten Schlaf, ein Zyklus dauert dabei rund 90 Minuten und unterliegt mehreren Schlafphasen.
Unsere Schlafphasen
Einschlafphase:
Der Körper entspannt sich, die Atmung wird tiefer, der Pulsschlag verlangsamt sich. Einzelne kurze Traumbilder sind möglich. Der Schlaf ist oberflächlich, man ist sehr leicht weckbar. Die Phase dauert zwischen fünf und 20 Minuten.
Leichtschlafphase:
Diese Phase macht rund die Hälfte des Schlafes aus. Man schläft mit ausgeschaltetem Bewusstsein und nahezu ohne Augenbewegungen. Zähneknirschen oder im Schlaf sprechen kann in dieser Phase vorkommen.
Tiefschlafphase:
Diese Phase ist enorm wichtig für die körperliche und geistige Erholung und Regeneration und findet vor allem in der ersten Nachthälfte statt. Das Immunsystem wird aktiviert, Viren und Bakterien nach Möglichkeit unschädlich gemacht. Der Schlaf ist tief und fest, man ist nur schwer weckbar und findet langsam zurück zum Bewusstsein. Wer schlafwandelt, befindet sich meistens in dieser Phase. Auch eine häufige harmlose Aufwachstörung der Kindheit kommt in der Tiefschlafphase vor: Der Nachtschreck bzw. Pavor Nocturnus. Das Kind leidet unter Angst und schreit/schlägt um sich. Obwohl es die Augen geöffnet hat, ist es nicht ansprechbar und nur schwer zu beruhigen.
REM Schlaf (rapid eye movement)
Der Name der Schlafphase entstammt den hier typischen schnellen Augenbewegungen. Die Hirnaktivität beschleunigt sich wieder, man befindet sich im Traumschlaf. Diese Phase ist besonders wichtig für die Erholung der Psyche, es werden Informationen und Sinneseindrücke verarbeitet. Rund 70 Minuten nach dem Einschlafen startet die erste REM-Phase.
Wie funktioniert die Regeneration im Schlaf?
Zwischen 23 Uhr und 1 Uhr beginnt sich unser Körper zu entspannen. Da wir aber oft dazu neigen, die Signale unseres Körpers zu überhören, kann es sein, dass Unterstützung nötig ist, um zur Ruhe zu kommen. Ein festes Ritual kann dabei helfen, wie zum Beispiel ein Fussbad mit Lavendelöl, ein wenig lesen oder eine Tasse Tee. Wie vielfältig der Teegenuss ist, lesen Sie in diesem Blogartikel von Puravita.
Zwischen 1 und 3 Uhr morgens arbeitet die Leber in Hochtouren am Entgiftungsprozess, unterstützt von der Gallenblase. Wenn Sie häufig zu dieser Zeit aufwachen, ist es möglich, dass die Leber durch übermässigen Alkohol- oder Nikotingenuss oder schwere Mahlzeiten überbelastet ist. Den Entgiftungsprozess können Sie von aussen unterstützen, Präparate mit Mariendistel, Artischocke oder Löwenzahn sind besonders empfehlenswert. Zwischen 3 und 5 Uhr morgens startet die Lunge mit ihrer Reinigungstätigkeit. Für die Stärkung des Lungengewebes empfehlen unsere erfahrenen Drogist*innen häufig die Schüsslersalze der Nr. 11, 1 und 2.
Zwischen 5 und 7 Uhr finden Reinigungsprozesse im Dickdarm statt. Um ihn zu entlasten, sollten Sie darauf achten, vor dem Zubettgehen keine fettreiche, schwer verdauliche Nahrung zu sich zu nehmen.
Morgenstund hat Gold im Mund?
Dass jemand um 7 Uhr morgens energiegeladen in den Tag startet, während ein anderer kaum die Augen offen halten kann, liegt nicht an Fleiss oder Faulheit, sondern an den Genen. Man unterscheidet Lerchen (Frühaufsteher) und Eulen (Abendmenschen), auch ob man mit viel oder wenig Schlaf auskommt, ist genetisch bedingt. Natürlich gibt es auch jede Menge Menschen, die zwischen den Extremen von Lerchen und Eulen, sowie Lang- und Kurzschläfern liegen.
Der Schlaftyp, auch Chronotyp genannt, ändert sich im Laufe des Lebens. Kinder und Rentner sind meistens Frühaufsteher, während junge Erwachsene häufig die Nacht zum Tag machen. Dennoch geschieht alles im Rahmen der genetischen Möglichkeiten. Den Chronotyp zu ändern, also eine Lerche zur Eule „umerziehen“, ist weder sinnvoll noch gesund. Das zeigt sich auch an Personen, welche Schichtarbeit leisten und entgegen ihrer inneren Uhr arbeiten: Konzentrationsfähigkeit und Immunsystem leiden darunter.
Schlafmangel ist ungesund
Nachdem wir die Wichtigkeit von Schlaf diskutiert haben, ist klar, dass dauernder Schlafmangel äusserst ungesund für unseren Organismus ist. Permanenter Zeitdruck, ständige Erreichbarkeit auf dem Smartphone und Lärm- und Lichtbelastung in Grossstädten tun ihr übriges, um die Schlafqualität zu verschlechtern.
Die Auswirkungen von Schlafmangel sind beträchtlich: Wer drei bis vier Tage weniger als fünf Stunden schläft, hat eine ähnliche Reaktionsfähigkeit wie bei Trunkenheit durch Alkohol. Vor allem bei Autofahrten führt dieser Umstand immer wieder zu schwerwiegenden Unfällen.
Schlafforscher haben in vielen Studien inzwischen festgestellt, dass Schlafmangel einen signifikanten Risikofaktor darstellt für:
- Arteriosklerose
- Herzinfarkt
- Schlaganfall
- Herzinsuffizienz etc.







