Zeitumstellung
Bald wird wieder an der Uhr gedreht: Zweimal jährlich gibt es in der Schweiz, wie auch in den europäischen Nachbarländern, eine Zeitumstellung. Der Grund für die Einführung der Sommerzeit war eigentlich die Ölkrise im Jahr 1973, es sollte eine Stunde Tageslicht dazugewonnen werden aufgrund der hohen Energiepreise. Damals machte Frankreich den Anfang, in der Schweiz hielt die Sommerzeit erst 1980 Einzug.
Die Sinnhaftigkeit der Aufrechterhaltung der Zeitumstellung wird jedes Jahr aufs Neue diskutiert. Unser Blogartikel informiert Sie darüber, wie unsere innere Uhr tickt und wie die Zeitumstellung sie immer wieder aus dem Rhythmus zu bringen versucht.
Ist die Zeitumstellung noch zeitgemäss?
Den meisten Menschen geht die Zeitumstellung vor allem fürchterlich auf den Zeiger. Aber gerade steigen doch Strom- und Energiepreise wieder enorm, sollte man da nicht froh über die Zeitumstellung sein? Realistischerweise knipsen wir tatsächlich eine Stunde später das Licht an. Aber wir stehen auch eine Stunde früher auf, es ist immer noch ziemlich kalt und wir drehen die Heizung hoch. Eine wirklich Ersparnis ist daraus keine abzuleiten. Wer wirklich Energie im Haushalt sparen möchte, muss sich um seine Wärmedämmung, stromsparende Beleuchtung und energieeffiziente Geräte etc. kümmern. Die Zeitumstellung hilft uns dabei nämlich kein bisschen.
Der Hauptgrund, weshalb die Zeitumstellung nicht schon längst abgestellt wurde, ist wohl die Bürokratie. Der Wunsch einer einheitlichen europäischen Regelung scheitert daran, dass man sich noch nicht festlegen konnte, ob man nun künftig nach Sommer- oder nach Winterzeit leben will. Einige Länder brauchten noch Bedenkzeit – und dann kam die Pandemie. Demzufolge haben wir wohl nicht das letzte Mal an unserer Uhr gedreht, bis man hier endlich zu einem Konsens findet.
Wie funktioniert unsere innere Uhr?
Unsere innere Uhr sorgt dafür, dass sich wichtige körperliche Vorgänge an den Tagesverlauf anpassen. Ihr wichtigster Indikator dafür ist das Licht, bzw. der Rhythmus von Tag und Nacht. Wird es draussen dunkel, regt unser Gehirn die Produktion des Schlafhormons Melatonin an, damit wir zur Ruhe kommen und uns erholen. Bei Tagesanbruch sinkt der Melatoninspiegel und wir werden wieder aktiv. Auch Herzfrequenz, Blutdruck und Körpertemperatur orientieren sich an diesem Rhythmus.
Dennoch gibt es Menschen, welche morgens kaum aus dem Bett kommen und abends dafür lange leistungsfähig sind, genauso wie den umgekehrten Fall. Das ist keine Einbildung oder etwas, was man sich antrainieren kann. Ob wir zu den Nachtigallen oder zu den Lerchen gehören, liegt in unseren Genen. Im Kleinkindalter und im fortgeschrittenen Alter ticken wir jedoch fast alle gleich und sind morgenaktiv.
Das klingt eigentlich alles von der Natur gut durchdacht, oder? Das Problem dabei ist, dass wir inzwischen sehr gut darin geworden sind, unseren Biorhythmus zu ignorieren und zu unterdrücken. Schichtarbeit und künstliches Licht bringen unseren natürlichen Schlaf-Wach-Rhythmus durcheinander, sodass körperliche Symptome die Folge sein können.
Anzeichen für einen gestörten Biorhythmus:
- Schlafstörungen,
- Unruhe, Nervosität
- Abgeschlagenheit,
- Appetitlosigkeit,
- Magenbeschwerden...
Auch die Essenszeiten sind ein wichtiger Taktgeber, Stoffwechsel und Verdauung sind eigentlich nicht darauf ausgelegt, in der Nacht zu arbeiten. Trotzdem verlangen wir es immer wieder von unserem Körper und wundern uns, warum wir manche Kilos nicht loswerden oder uns eine späte Mahlzeit wie Blei im Magen liegt.
Was macht die Zeitumstellung mit unserem Körper?
Viele von uns kennen das Gefühl eines Jetlags bei Fernreisen. Die Zeitumstellung stellt für unseren Körper eine Art Mini-Jetlag dar. Rund ein Drittel der Bevölkerung hat danach stets eine Weile mit den oben genannten Symptomen zu kämpfen, vor allem die nachtaktiven "Nachtigallen". Bei Kindern ist sogar jedes zweite betroffen, sie schlafen schlechter ein und sind dementsprechend auch tagsüber schlechter gelaunt.
Studien zeigen, dass Arbeitnehmer nach der Zeitumstellung unkonzentrierter sind, die Zahl der Verkehrsunfälle ansteigt, Behandlungsfehler bei Ärzten zunehmen und sich das Herzinfarktrisiko erhöht.
Wie können wir unseren Körper bei der Zeitumstellung unterstützen?
- Passen Sie sich schrittweise an den neuen Rhythmus an, gehen Sie 4 Tage vor der Umstellung jeweils um eine Viertelstunde früher zu Bett, bei Kindern sind 6 Tage vorher empfehlenswert
- Gönnen Sie Ihrem Körper viel frische Luft, essen Sie nicht zu schwer am Abend und gönnen Sie sich ausreichend Erholungspausen
- Verdunkeln Sie das Schlafzimmer nicht zu stark, sonst fällt das Aufstehen noch schwerer
- Verbringen Sie die Mittagspausen möglichst nicht bei künstlichem Licht
- Naturheilkundliche Mittel wie Baldrian, Hopfen oder Melisse wirken einschlaffördernd, ob als Tee, ätherischer Badezusatz, Tropfen etc.
- Unseren Blogartikel zum Thema Schlaf und Schlafstörungen lesen
Quellen: vitagate.ch
Autorin: Doris Gapp





